Geschlechtergerechtigkeit in Führungspositionen
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Geschlechtergerechtigkeit in Führungspositionen 15 Fakten, die Chefs überzeugen

Das Thema Geschlechtergerechtigkeit in Führungspositionen erhält wachsende Aufmerksamkeit in der deutschen Wirtschaft und Gesellschaft. Immer mehr Organisationen denken aktiv darüber nach, wie sie den Anteil an Frauen grundsätzlich und insbesondere in Führungspositionen erhöhen können. Worin liegen die Vorteile für Unternehmen? Wie stellt sich die aktuelle Unausgewogenheit eigentlich dar? Und was kann man effektiv dagegen tun?

Diese Faktensammlung von 15 Fakten richtet sich an Führungskräfte aus Wirtschaft, Sozialwirtschaft, Wissenschaft und Medien. Sie sollen helfen, die fünf häufigsten Mythen zu Geschlechtergerechtigkeit zu widerlegen und unterzieht diese einer datenbasierten Prüfung. Dieser Faktencheck schafft so die Grundlage für eine objektive Betrachtung des Status quo und des aktuellen Handlungsbedarfs.


Überblick: Status quo in Deutschland

Im Jahr 2015 lag der Anteil weiblicher Führungskräfte in deutschen Top-200-Unternehmen bei 19,7 Prozent in Aufsichtsräten und 6,3 Prozent in Vorständen und im Topmanagement. Im Vergleich zu den Vorjahren zeichnet sich ein kontinuierliches, aber langsames Wachstum ab. In anderen Bereichen, wie etwa der Wissenschaft, zeigen sich ähnliche Zahlen und Entwicklungen. Die im Rahmen der neuen Gesetzeslage kommunizierten Ziele der DAX-Unternehmen fallen insgesamt eher gering aus.


Mythos 1: „Die Unterschiede erledigen sich von allein“

Mythos

  • Aktuelle Entwicklungen werden mit der Zeit von allein zu Geschlechterausgewogenheit führen.

Realität

  • Der steigende Frauenanteil unter Absolventen spiegelt sich in Führungspositionen nicht wider
  • Es gibt nicht nur die eine „gläserne Decke“ – der Frauenanteil sinkt mit jeder Hierarchiestufe
  • Auch auf der wissenschaftlichen Karriereleiter sinkt der Frauenanteil kontinuierlich

Mythos 2: „Frauen streben seltener nach Führungspositionen”

Mythos

  • Frauen haben generell weniger Interesse an Führungspositionen als Männer

Realität

  • Frauen stecken sich selbst hohe Ziele
  • Frauen sind ebenso bereit wie Männer, für eine Führungsposition weniger Zeit für das Privatleben zu akzeptieren

Mythos 3: „Geschlechterausgewogenheit ist ein reines Imagethema“

Mythos

  • Geschlechtergerechtigkeit ist wichtig für den Ruf eines Unternehmens, aber nicht für seine Performance

Realität

  • Unternehmen mit mehr Frauen im Vorstand sind in vielen Dimensionen erfolgreicher
  • Bestimmte Verhaltensweisen von strategischer Relevanz werden von Frauen häufiger angewandt als von Männern
  • Die kollektive Intelligenz steigt, wenn mehr Frauen Teil des Teams sind

Mythos 4: „Es werden nur noch Frauen bevorzugt“

Mythos

  • Frauenförderung benachteiligt männliche Kollegen und widerspricht dem Leistungsprinzip

Realität

  • Geschlecht und Attraktivität sind entscheidend für die Gewinnung von Investoren
  • Wissenschaftliche Förderquoten fallen bei Frauen niedriger aus, vor allem in traditionell männlichen Bereichen
  • Frauen stehen nach wie vor geringeren Aufstiegschancen gegenüber als Männer
  • Viele Männer sind sich der fortbestehenden Herausforderungen für Frauen nicht bewusst

Mythos 5: „Es ändert sich trotz der vielen Maßnahmen nichts“

Mythos

  • Trotz der Bandbreite an eingeführten Maßnahmen sind keine wesentlichen Erfolge zu verbuchen

Realität

  • Die Investition in eine Vielzahl an Maßnahmen allein führt nicht zum Erfolg
  • Nur ein Teil formal eingeführter Maßnahmen wird angemessen implementiert
  • Ein hohes Engagement des CEO spiegelt sich nicht automatisch auf den anderen Führungsebenen wider

Was ist zu tun?

Zu den zentralen Erfolgsfaktoren zählen ein sichtbares Engagement des oberen Managements, die Entwicklung und Umsetzung maßgeschneiderter Initiativen, die Einbindung des mittleren Management und der Wandel in den Köpfen. Wie sich das in der Praxis erreichen lässt, zeigen unsere konkreten Erfolgsbeispiele inklusive eines Leitfadens.

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