Eine Gruppe Mitarbeiter sitzen zusammen
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Frauenquote RWE: „Frauen sind wichtig, um Veränderung nachhaltig zu gestalten“

Als einer der führenden Energieversorger hat sich die RWE Gruppe ein Ziel gesetzt: Bis 2020 sollen in der ersten Führungsebene unter dem Vorstand 30 Prozent Frauen sitzen. In der zweiten Führungsebene sollen 20 Prozent Frauen vertreten sein. Letzteres hat der Konzern schon im ersten Quartal 2019 erreicht. Warum dem Unternehmen das so wichtig ist, erklärt Katja van Doren im Interview.

Katja van Doren, Finanzvorständin (CFO) und Personalvorständin (CHO) der RWE Generation SE
RWE
Katja van Doren, Finanzvorständin (CFO) und Personalvorständin (CHO) der RWE Generation SE

Warum engagieren Sie sich für die Initiative Chefsache?

Ich bin der Überzeugung, dass ein gewisser prozentualer Anteil an weiblichen Führungskräften notwendig ist, um Veränderung nachhaltig zu gestalten und fortzuführen. Deshalb haben wir uns für jede Gesellschaft der RWE Gruppe ambitionierte Ziele gesetzt, den Anteil weiblicher Führungskräfte und Kolleginnen bis 2022 zu erhöhen.

Mit unserem Engagement in der Initiative Chefsache möchten wir zeigen, dass das für ein technologisches Unternehmen in einem sich wandelndem Energiemarkt mehr Bedeutung denn je hat.

Aus welchem Grund sollte es mehr Frauen in Führungspositionen geben?

Die Energiewende und die Notwendigkeit zur Transformation bedeuten für die RWE Gruppe große Herausforderungen. Für moderne Unternehmensstrukturen und eine offene Kultur sind mehr Frauen in Führungspositionen ein guter Indikator für den Erfolg der Veränderung. Denn dies zeigt, dass der Wandel auch in den Köpfen der Menschen stattgefunden hat und alte Muster abgelegt werden. Zugleich sind Frauen in Führungspositionen ein Türöffner für neue und unterschiedliche Perspektiven, welche gemeinsam zum Erfolg führen.

Wie unterstützen Sie Ihre Teams bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf?

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichen wir bei RWE Männern wie Frauen gleichermaßen: mobiles Arbeiten, flexible Arbeitszeiten für alle Mitarbeiter und auf allen (Führungs-) Ebenen. Des Weiteren unterstützen wir unsere Beschäftigten beispielsweise bei der Kinderbetreuung, der Vermittlung von haushaltsnahen Dienstleistungen und bei Eintreten eines Pflegefalls. So helfen zum Beispiel unsere betrieblichen Pflegelotsen bei der Auswahl eines geeigneten Pflegedienstes und anderen Unterstützungsangeboten.

Welche Maßnahme zur Förderung von Chancengerechtigkeit hatte in den vergangenen Monaten den größten Impact in Ihrem Unternehmen?

Wir achten bewusst im Besetzungsprozess auf Chancengleichheit. Wir wenden De-Biasing Techniken gegen unerwünschte Einflüsse des Unterbewusstseins an, besetzen Auswahlteams bewusst mit Männer und Frauen und sehen dabei gute Erfolge: Der  Vorstands unserer neuen Firma RWE Renewables wurde zur Hälfte mit  Frauen besetzt. Und: Frauen in Führungspositionen sind aber auch in anderen Gesellschaften der RWE-Konzernfamilie eine Selbstverständlichkeit!

Welche Rolle spielt Führung in Sachen Chancengerechtigkeit?

Wir bei RWE begreifen Diversity Management als Führungsaufgabe, um die richtigen Kompetenzen an den richtigen Stellen im Unternehmen zu nutzen. Die unterschiedlichen Persönlichkeiten und Fähigkeiten jedes Einzelnen stehen dabei im Mittelpunkt und werden als Chance gesehen, voneinander zu lernen. So erhebt  das Diversity Office den sogenannten Diversity Department Score, bei dem die einzelnen Abteilungen nach verschiedenen Diversitykriterien durchleuchtet werden. Besteht Verbesserungsbedarf, werden die Führungskräfte mithilfe eines maßgeschneiderten Handlungsplan vom Diversity Office dabei unterstützt, die Vielfalt und somit die Chancengleichheit in ihrer Abteilung zu fördern.

Führung und Chancengleichheit sind bei RWE somit untrennbar miteinander verbunden.

Wie bekämpfen Sie ganz persönlich unbewusste Vorurteile?

Jeder Mensch ist zunächst einmal eine Persönlichkeit – manchmal Frau, manchmal Mann. Wissend, dass es unbewusste Vorurteile gibt, gilt es immer einen zweiten Eindruck zuzulassen. Mit diesem Anspruch im Hinterkopf ist das Bauchgefühl eine gute Ergänzung.

Welche persönliche Eigenschaft hat Ihnen auf Ihrem Karriereweg am meisten geholfen und aus welchem Grund?

Vertrauen und tiefe Fachkenntnis gepaart mit dem Wunsch zu Führen. Dabei bin ich überzeugt, dass Führung keine Position ist, sondern eine Haltung. Führung bedeutet für mich „enabling people“.

Gibt es eine weibliche Führungspersönlichkeit, die Sie bewundern und wenn ja welche und aus welchem Grund

Ich bewundere grundsätzlich keine Persönlichkeiten, denn die Erfahrung zeigt, dass bestimmte Erfolgskonzepte nur in bestimmten Zusammenhängen – sozial, kulturell, zeitlich – funktionieren. Wichtig ist, dass man als Führungskraft authentisch, sensibel und durchsetzungsstark ist, um die einem anvertrauten Menschen mit zu nehmen und durch anstehende Veränderungen zu führen.

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