Eine Frau am PC. Sie hat ein Smartphone in der Hand.
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Vereinbarkeit KION Group: „Digitalisierung macht uns die Vereinbarkeit flexibler“

Die KION Group AG gehört zu den größten Anbietern von Gabelstaplern und Lagertechnikgeräten. Als solches agiert es weltweit und muss sich dabei auch an den Geschäftszeiten seiner Kunden orientieren. Da ist Flexibilität im Arbeitsalltag gefragt. Um dennoch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gewährleisten zu können, setzt das Unternehmen auf die Digitalisierung, die es ermöglicht, auch aus dem Home Office an Konferenzen teilzunehmen. Dr. Eike M. Böhm, Mitglied des Vorstands, über Vorbilder und Empathie – im Chefsache-Interview.

Dr. Eike M. Böhm, Mitglied des Vorstands (CTO) der KION GROUP AG
© KION GROUP AG
Dr. Eike M. Böhm, Mitglied des Vorstands (CTO) der KION GROUP AG

Warum engagieren Sie sich für die Initiative Chefsache?

Ich unterstütze die Ziele der Initiative Chefsache voll und ganz. Maschinenbau gilt vielen aber immer noch als klassische Männerdomäne – das muss und sollte natürlich nicht sein. Daher setze ich mich bereits seit meinem Einstieg in das Berufsleben für Vielfalt und Chancengerechtigkeit ein, lange bevor es Chefsache gab.

Aus welchem Grund sollte es mehr Frauen in Führungspositionen geben?

Gemischte Teams performen einfach besser – nicht nur bezogen auf Gender, sondern auch auf Nationalitäten und andere Diversitätsmerkmale. Als CTO führe ich ein globales Team mit Mitarbeitern in 15 Ländern. Das ist nicht nur eine große Bereicherung für die Arbeit der CTO-Organisation der KION Group, sondern auch für jede einzelne Kollegin und jeden Kollegen, der / die in diesen gemischten Teams arbeitet. Mich eingeschlossen.

Wie unterstützen Sie Ihre Teams bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf?

Meine Governance und mein teamorientierter Führungsstil ermöglichen natürlich Freiräume für die Familie. In meiner globalen Organisation ist es normal, an Meetings virtuell teilzunehmen oder sich mit Ingenieuren auf der anderen Seite der Welt über digitale Tools zu Entwicklungsprojekten abzustimmen. Die Digitalisierung hat uns viel flexibler gemacht.

Welche Rolle spielt Führung in Sachen Chancengerechtigkeit?

Führung spielt eine entscheidende Rolle für Chancengerechtigkeit – wir als Führungskräfte definieren Anforderungen und fungieren als Vorbilder für unsere Mitarbeiter. Wir leben vor, wie man Diversity im Team rekrutiert, entwickelt und diese diversen Persönlichkeiten oder Hintergründe integriert. Auch liegt es an uns, Strukturen und Rahmenbedingungen wie flexibleres Arbeiten für Chancengerechtigkeit zu schaffen.

Wie bekämpfen Sie ganz persönlich unbewusste Vorurteile?

Ich denke, dass es wichtig ist, die eigene Haltung zu reflektieren. Für mich spielt aktives Zuhören eine wichtige Rolle. Ich versuche, offen zu sein und auf mein Gegenüber zu reagieren. So kann jeder die ersten Schritte gehen, um die eigene Einstellung kritisch zu hinterfragen.

 Welche persönliche Eigenschaft hat Ihnen auf Ihrem Karriereweg am meisten geholfen und aus welchem Grund?

Empathie. Indem ich anderen wirklich zuhöre, persönliche Motive und Verhaltensweisen erkenne und verstehe was meine Gesprächspartner wirklich möchten, kann ich auch auf Wünsche besser eingehen. Daher suche ich so oft wie möglich den persönlichen Dialog mit meinen Kollegen und den Mitarbeitern in meiner Organisation. Empathie ist für mich eine Kernkompetenz, die viele Türen öffnet.

Gibt es eine weibliche Führungspersönlichkeit, die Sie bewundern und wenn ja welche und aus welchem Grund?

Eine ehemalige Kollegin aus der Pkw-Entwicklung von Mercedes-Benz. Mit ihrer positiven und offenen Arbeitseinstellung, mit Durchsetzungskraft und dem unbedingten Willen etwas zu bewegen hat sie in einer damals absoluten Männerdomäne Anfang der 1990‘ er Jahre sämtlichen Vorurteilen getrotzt und kam ganz oben an – zudem war sie promoviert und hat drei Kinder großgezogen. Das hat mich schwer beeindruckt.

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