Helga Stödter-Stiftung: "Es mangelt an der Anerkennung neuer Lebensmodelle"
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Friends of Chefsache Helga Stödter-Stiftung: „Es mangelt an der Anerkennung neuer Lebensmodelle“

Die Helga-Stödter-Stiftung setzt sich seit mehr als 30 Jahren für mehr Frauen in Führungspositionen ein. Nun ist sie auch ein Friend of Chefsache.

 

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Helga Stödter Stiftung

Warum haben Frauen und Männer noch nicht die gleichen Chancen in der Arbeitswelt?

In der öffentlichen Wahrnehmung von Gender und Diversity zeichnet sich ein Generationenwandel ab. Bislang anerkannte Rollenbilder passen nicht mehr. Dennoch mangelt es bislang an der Anerkennung neuer Lebensmodelle, die Bereitschaft für ein Umdenken in der Gesellschaft setzt sich nur langsam durch, und vielerorts ist die notwendige Akzeptanz für Frauen in Führungspositionen nicht erreicht.

Außerdem fehlen weibliche Vorbilder und adäquate Rahmenbedingungen, die es Frauen erleichtern könnten, Karriere und Familie zu vereinbaren.

Was tut Ihr für mehr Chancengerechtigkeit?

Im Rahmen unserer Stiftungstätigkeit vergeben wir seit 2012 den „Helga-Stödter-Preis der Handelskammer Hamburg für Mixed Leadership“ und veranstalten regelmäßig „Mixed Leadership-Round Tables“ für Führungskräfte aus der Hamburger Wirtschaft. Mit dem jährlich ausgeschriebenen Preis – einer gemeinsamen Initiative von Handelskammer Hamburg und Stiftung – wollen wir Unternehmen auszeichnen und „sichtbar machen“, die sich nachhaltig für Mixed Leadership engagieren und mit Best-Practice beim Thema Diversity Vorbildfunktion erfüllen.

Zu den jährlich stattfindenden Preisverleihungen in der Hamburger Handelskammer mit rund 300 Gästen waren namhafte Keynote-Speaker zum Thema „Mit Frauen in Führung“ eingeladen: darunter Giovanni di Lorenzo, Chefredakteur der ZEIT, Prof. Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung, und Tina Müller, (damals) Chief Marketing Officer der Opel Group, heute Vorsitzende der Geschäftsführung der Parfümerie-Kette Douglas.

Um das Thema Chancengerechtigkeit voranzubringen arbeitet unsere Stiftung netzwerkübergreifend zusammen mit dem EWMD-Germany (European Women’s Management Development Network), mit FIM e.V. (Frauen im Management e.V.), mit dem VdU (Verband deutscher Unternehmerinnen/Landesverband Hamburg/Schleswig-Holstein), mit dem Freundeskreis der Käte Ahlmann Stiftung e.V. und mit den fünf Hamburger Zonta-Clubs.

Welche Rolle spielt Führung in Bezug auf Chancengerechtigkeit?

Gemischte Führungsteams haben eine Vorbildfunktion. Sie sind unabdingbar, um neue Rollenbilder zu entwickeln und zu verankern. Frauen in Entscheider-Gremien können zur Akzeptanz sich verändernder Lebensmodelle beitragen, sie können junge Menschen ermutigen, neue Rollenbilder zu erproben, und ein zeitgemäßes Umdenken in Institutionen und Unternehmen initiieren.

Warum engagiert Ihr Euch für die Initiative Chefsache?

Die Gleichberechtigung von Mann und Frau – im Kontext einer umfassenden Diversität – ist wohl die einzige, dem digitalen Zeitalter angemessene Lebensform. Wenn gemischte Führungsteams ihre Wirkung aus ihrer Vielfalt entfalten können, dann wird Diversity zum Driver für Innovation, Wachstum und Erfolg werden.

Im Engagement für Chancengleichheit findet etwas seinen Ausdruck, was heute in einer freiheitlichen Gesellschaft wichtig ist. Für dieses wichtige Ziel von „Chefsache“ möchten wir einen Beitrag leisten.

„Es wurde lange übersehen, dass Frauen- und Familienpolitik keine emanzipatorische, sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist und dass ihre Defizite deshalb die Gesellschaft als Ganzes treffen. Solange Frauen, vor allem qualifizierte Frauen,

daran gehindert werden, ihre Fähigkeiten und ihre Leistungsbereitschaft in einem Erwerbsberuf einzusetzen, geht Leistungspotential für die Gesellschaft verloren.“ (Hamburg, 2003) Zitat Helga Stödter, Juristin, Stifterin (1922–2011)