Role Models Gabriele Rausse und Fanny Bitter

Gabriele Rausse, 49 Jahre, Geschäftsführerin der TÜV Rheinland Cert GmbH, arbeitet Vollzeit mit einem Homeoffice-Tag. Sie ist Mutter eines 18-jährigen Sohns und einer 16-jährigen Tochter. Fanny Bitter, 33 Jahre, arbeitet in Vollzeit als Bereichsleiterin Engineering Service bei TÜV Rheinland. Sie ist Mutter einer 13-monatigen Tochter und kehrte neun Wochen nach der Geburt in ihren Beruf zurück.

Portrait von Gabriele Rausse und Fanny Bitter
Felix Amsel

Gabriele Rausse

Sie führen 328 Angestellte in Vollzeit, pendeln von Frankfurt nach Köln und haben eine Familie. Wie managen Sie das?
Neben einem Homeoffice-Tag habe ich ein gutes Netzwerk aus Familie, Freunden und einer Haushälterin, die mich schon lange begleiten. Die drei Stunden Autofahrt nutze ich für Telefonkonferenzen. Meine MitarbeiterInnen wissen, dass sie mich dann am besten erreichen.

Ihr Tipp für junge Frauen, die eine Führungsposition anstreben?
Sie sollen ihr Ding machen und gebotene Chancen ergreifen. Wer in seinem Unternehmen an die „gläserne Decke“ stößt, muss sich fragen: Will ich weiterkämpfen und hole mir über Netzwerke Unterstützung, oder suche ich lieber einen Bereich im Unternehmen, in dem ich meine Begabungen ausbauen kann?

Was muss sich ändern, damit Familie und Beruf leichter vereinbar sind?
Eine arbeitende Mutter braucht vereinfachte Rahmenbedingungen wie flexible Arbeitsmodelle oder Kita-Plätze in der Firma. Außerdem wäre eine größere gesellschaftliche Akzeptanz wichtig. Ich habe nie offen gesagt, wie viel ich arbeite – man wird schnell als „Rabenmutter“ abgestempelt.


Fanny Bitter

Was war die wichtigste Erkenntnis seit Ihrem beruflichen Wiedereinstieg?
Ein Kind verändert einen, Prioritäten und Ansichten verschieben sich. Ich merke, dass ich nun geduldiger bin und Themen effizienter abarbeite oder delegiere. Mein Eindruck ist, dass ich einen neuen Managementstil verfolge und meine Arbeit heute besser durchführe als früher.

Was war im Umgang mit Ihrem Arbeitgeber besonders wichtig?
Erwartungshaltungen sollten klar kommuniziert und ausgetauscht werden. Für mich war es im Vorfeld wichtig, zu wissen, dass mein Arbeitgeber meiner Leistungsfähigkeit vertraut. Ich hatte keinen Rechtfertigungsdruck. Meine Beförderung zur Bereichsleiterin und Prokuristin erhielt ich noch in der Schwangerschaft.

Was raten Sie anderen Frauen, die sich für Kind UND Karriere entscheiden?
Es ist enorm wichtig, sich gut zu organisieren und bei Bedarf mit den Vorgesetzten flexible Arbeitsmodelle wie Homeoffice zu erarbeiten. Neben einer guten Kinderbetreuung sollte man vor allem auf sich selbst vertrauen und sich nicht durch Kommentare anderer verunsichern lassen.

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