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Thema berufliche Chancengleichheit im Führungsleitbild fest verankert

Praxisbeispiel bei Fraunhofer

Hintergrund/Ausgangssituation

Die berufliche Chancengleichheit war bis vor einigen Jahren noch ein wenig diskutiertes Thema. Trotz der hohen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Relevanz, fand es oft gar nicht statt in der Kommunikation der wichtigsten Entscheidungsträger. Es wurde einfach übergangen.

Beschreibung der Maßnahme

Auf Basis einer internen Studie wurden Entwicklungsfelder für das Gewinnen, Halten und Entwickeln von Wissenschaftlerinnen herausgearbeitet und Maßnahmen abgeleitet. Parallel wurde eine Fraunhofer-spezifische Kaskade entwickelt und damit Zielzahlen definiert.

Dazu erklärte der Vorstand das Thema "Diversity" zum Handlungsfeld im integrierten Personalmanagement. Zu diesem Handlungsfeld wurden vier Kernthemen definiert: Berufliche Chancengleichheit, Internationalität, Inklusion und Vereinbarkeit Beruf und Privatleben.

Durch die fundierte Analyse wurde die Diskussion versachlicht und die abgeleiteten Maßnahmen sind erklärbar. Zielzahlen ermöglichen eine Auswertung bezüglich der Entwicklung und Wirkung der eingeführten Maßnahmen.

Wichtige Voraussetzung war es, dass der Vorstand neben der grundsätzlichen Haltung auch »Fakten« zu berichten hat. So entwickelte sich das Thema über die Jahre als Standard-Berichtspunkt der internen Gremien. Jährlich informiert der Vorstand die Institutsleiterinnen und Institutsleiter in einem Schreiben über die jährliche Zielerreichung. Pro Quartal wird außerdem ein Monitoring zur Verfügung gestellt.

Im aktuell entwickelten Führungsleitbild von Fraunhofer ist das Thema berufliche Chancengleichheit verankert und wird in der Führungskräftequalifikation berücksichtigt.

Neben der internen Kommunikation nimmt insbesondere der Fraunhofer Vorstand für Personal, Recht und Verwertung an verschiedenen, externen Podiumsdiskussionen teil (z.B. „Frauen an die Spitze“, „Technik statt Topmodel - Mädchen, MINT und Medien").

Wirkung/Ergebnis

Das Thema der beruflichen Chancengleichheit ist in der Gesellschaft angekommen. Wo zuvor eher noch Schulterzucken herrschte, ist heute die Botschaft und die Handlungsherausforderung klar. Das zeigt sich in der kontinuierlich ansteigenden Anzahl von Wissenschaftlerinnen bei Fraunhofer und dem Engagement der Institute, die relevanten Rahmenbedingungen zu implementieren bzw. an den Fördermaßnahmen teilzunehmen.

Lehrreiche Erfahrungen

Es braucht ein Vorstandsmitglied, das unerschütterlich und sehr authentisch die berufliche Chancengleichheit als Handlungsfeld – neben allen anderen Handlungsfeldern der Gesellschaft – thematisiert. Ohne diesen Botschafter ist keine durchschlagende Wirkung im Unternehmen zu erreichen.