Nachhaltige Veränderung der Unternehmen
Headway/Unsplash

Repräsentative Umfrage Pandemie verändert Arbeitsalltag nachhaltig, für Frauen ergibt sich ein geteiltes Bild

Die Corona-Pandemie hat den Arbeitsalltag in deutschen Unternehmen in den vergangenen Monaten stark verändert: Homeoffice, mehr flexible Arbeitszeiten und digitale Tools prägten häufig die Zusammenarbeit der Kollegen. Nach der repräsentativen New-Work-Umfrage der Initiative Chefsache, die in diesem Jahr bereits zum dritten Mal durchgeführt wurde, werden viele dieser Veränderungen auch längerfristige Auswirkungen haben. „Die Corona-Pandemie war für viele eine Art überstürztes Trainingscamp für die Flexibilisierung von Arbeitsmodellen. Ein Zurück zum „Früher“ wird es nicht geben, wir müssen jetzt alle gemeinsam mit Maßnahmen wie Weiterbildungen, neuen Formaten und Tools dafür sorgen, dass New Work  zum New Normal wird“, fasst Katja van Doren, Finanz- und Personalvorständin der RWE Generation und Mitglied der Initiative Chefsache, die Ergebnisse zusammen.

Die 12 wichtigsten Veränderungen im Überblick:

Der Wandel hin zu New Work ist nachhaltig

  • Ein Umdenken hat vor allem bei vielen Männern eingesetzt: 53 Prozent aller befragten Männer schätzen nun die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie durch das Homeoffice – im April waren es noch 35 Prozent. Zum Vergleich: 57 Prozent der Frauen schätzen das Homeoffice aus diesem Grund – im April waren es 49 Prozent.
  • Gleichzeitig scheinen durch die Pandemie bei vielen Männern und Frauen nunmehr einst gehegte Karrierepläne in den Hintergrund gerückt zu sein: Wollten im Januar 2020 noch 46 Prozent der Beschäftigten eine Führungsposition einnehmen, sind es im September 2020 nur noch 14 Prozent. 50 Prozent der Beschäftigten geben an, mit ihrer aktuellen Position zufrieden zu sein, im Januar waren das nur 26 Prozent.
  • Bedingt durch den Lockdown und der Schließung von Kindertagesstätten und Schulen mussten sich berufstätige Eltern neue Wege der Kinderbetreuung suchen. 43 Prozent der Eltern geben an, dass sich durch die Krise die Aufgabenverteilung in der Kinderbetreuung geändert hat: Die Hälfte (51 Prozent) dieser Eltern teilt sich die Verantwortung nun gleichermaßen. Bei 27 Prozent übernehmen jetzt die Frauen die Hauptverantwortung, bei 22 Prozent die Männer.

„In der Corona-Pandemie hat sich die Balance zwischen Arbeit und Familie verschoben: Sie sind enger zusammengerückt und haben sich teilweise vermischt – das war gut und schlecht zugleich. New Normal heißt auch, Grenzen zu setzen, auf sich acht zu geben, und sich neu zu organisieren“, kommentiert Katja van Doren.

Vertrauen in digitale Fähigkeiten sinkt

  • Positiv stimmt, dass sich alle Beschäftigten zwischen April und September in ihren digitalen Fähigkeiten verbessern konnten: Vor allem im Bereich Digital Leadership (68 vs. 77 Prozent), digitale Interaktion (65 vs. 73 Prozent), mobilem Arbeiten (65 vs. 71 Prozent) und Digital Learning (63 vs. 70 Prozent). Allerdings wird hier die Schere zwischen Frauen und Männern wieder größer. In allen Bereichen schätzen sich Männer deutlich besser ein als Frauen.
  • Gleichzeitig hat das Jahr 2020 zu einem Rückgang des Vertrauens in die eigenen digitalen Fähigkeiten geführt. Fühlten sich im Januar noch 78 Prozent der Beschäftigten eher gut oder gut auf die Digitalisierung und Automatisierung vorbereitet, waren es im September nur noch 70 Prozent. Vor allem das Vertrauen der Frauen sank von 75 Prozent um elf Prozentpunkte auf nur noch 64 Prozent. Bei den Männern gab es mit 81 Prozent im Januar und 77 Prozent im September nur einen geringen Rückgang.

„Nachdenklich stimmt, dass ein so hoher Anteil der Beschäftigten die vorhandenen Weiterbildungsmaßnahmen als unzureichend ansieht und gleichzeitig die eigenen Fähigkeiten mehr und mehr als ungenügend einstuft. Für die Führungspositionen der Zukunft sind digitale Fähigkeiten unabdingbar – wir müssen jetzt handeln, um Chancengerechtigkeit von Frauen und Männern zu gewährleisten“, so Julia Sperling, Partnerin bei McKinsey und Leiterin des Koordinationsteams der Initiative Chefsache.

Hier finden Sie das komplette Factsheet zur Umfrage.