Frau und Mann in Businesskleidung
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Dual Career Cheryl Fulmore: „Dual Career ist wichtig für unseren Unternehmenserfolg“

Seit Oktober 2018 ist Cheryl Fulmore bei BASF als Human Resource Executive für das Thema „duale Karriere-Lösungen“ zuständig. Das Herzstück der Strategie: eine eigene Plattform, auf der BASF und andere Chefsache-Unternehmen Jobs für den nächsten Karriereschritt der Partnerinnen und Partner ihrer Talente vermitteln.

Cheryl Fulmore im Porträt
BASF

Was hat Sie dazu bewogen, diese Position bei BASF anzunehmen?

Ich habe in meiner Zeit bei BASF Erfahrungen in unterschiedlichen Bereichen gesammelt: Unternehmenszusammenschlüsse, Veräußerungen oder Post-Merger-Integrationen.

Als ich gefragt wurde, ob ich diesen Job übernehmen möchte, konnte ich mir das zunächst nicht vorstellen. Im Nachhinein war es eine meiner besten Entscheidungen, den Job anzunehmen. Hier bin ich in der Lage, den Wandel zu gestalten – Schritt für Schritt, aber relativ frei.

Welche Bedingungen haben Sie vorgefunden?

Wir haben in den vergangenen Jahren viel in die Diversität unseres Talentpools investiert. Doch wir stellen auch fest, dass viele Talente heute weniger mobil sind – und das liegt an der individuellen Lebenssituation. Denn mittlerweile leben 70 Prozent der Arbeitskräfte in Ehen oder Partnerschaften, in denen beide Partner ähnlich ausgebildet, ambitioniert und karriereorientiert sind. Das heißt: Wenn ein Jobangebot nicht auch die Karriere des Partners oder der Partnerin berücksichtigt, werden neue Herausforderungen häufig nicht angenommen. Und genau hier liegt der Ansatz der Dual-Career-Solutions, den wir bei BASF vorantreiben.

Können Sie das an einem Beispiel erklären?

Wenn eine Führungsposition im Ausland besetzt werden soll, dann beginnt der Prozess bereits ein Jahr vor dem Starttermin. Business und HR identifizieren gemeinsam Talente und der erste Schritt ist dann, dass ich mit der Zielperson ins Gespräch komme. Mein Ziel ist dabei die individuelle Situation und die Ziele der Kandidaten zu verstehen. In diesem Gespräch erkläre ich auch, welche Möglichkeiten der Unterstützung es für Kandidaten und ihre Lebenspartner gibt.

Im weiteren Verlauf des Prozesses kann es dann zu einem Gespräch zwischen den jeweiligen Lebensgefährten und mir kommen. Da klären wir dann, welche Möglichkeiten es geben könnte, die eigene Karriere voranzutreiben. Erst wenn Ziele definiert sind, kann dann der nächste Schritt angegangen werden – nämlich eine geeignete Position zu finden. Und dafür haben wir die Dual-Career-Plattform entwickelt.

Welche Rolle spielt die Plattform?

BASF hat die Aktivitäten zu Dual Career im Rahmen der Initiative Chefsache maßgeblich vorangetrieben. Die Plattform ist ein entscheidendes Puzzleteil in diesem Prozess. BASF hat die Plattform ins Leben gerufen, ein Jahr lang finanziert, und mit anderen Chefsache-Unternehmen die Feinabstimmung vorgenommen. Wir als Unternehmen stehen alle vor ähnlichen Herausforderungen – wir haben ähnliche Talente, aber die Ehepartner haben unterschiedliche Qualifikationen und Positionen inne. Indem wir diese Plattform gemeinsam nutzen, können wir eine größere Bandbreite an Positionen und Karriereschritten bieten. Damit die Plattform zu einem Erfolg wird, müssen wir nun darüber nachdenken, den Kreis der beteiligten Unternehmen zu erweitern.

Wenn also die Lebenspartner bereit sind, die Jobsuche zu beginnen, dann kommt die Plattform ins Spiel. Sie loggen sich dort ein und finden dann Jobangebote, die auf ihre Karriereambitionen zugeschnitten sind. Dabei geht es nicht darum, die exakt gleiche Position anzubieten, in der sich eine Person derzeit befindet, sondern Angebote zu finden, die gut für ihre Karriere sind: Marketing, Wissenschaft – dann kann beispielsweise auch eine lehrende Tätigkeit an einer Universität ein sinnvoller Schritt sein.

Wie wird der Erfolg der Plattform gemessen?

Die Plattform ist ein Erfolg, wenn alle teilnehmenden Unternehmen gleichermaßen profitieren.

Was ist aus Ihrer Sicht die größte Herausforderung für Dual-Career-Lösungen?

Vorschriften und Prozesse unter die Lupe nehmen, zu überlegen, wie man flexibles Arbeiten auch anders interpretieren und leben kann, nach Alternativen zu suchen, um nicht nur die BASF-Talente, sondern vor allem auch deren Lebenspartner zu unterstützen. Das funktioniert am besten mit viel Kommunikation und Weiterbildung.

Auf der Chefsache-Jahreskonferenz im Mai 2019 diskutierten mehr als 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer über Chancengerechtigkeit und Dual Career, Best Practice und weitere erfolgsversprechenden

Maßnahmen. Lesen Sie den Chefsache-Report „Dual Career – Erfolg gemeinsam gestalten“ inklusive der exklusiven Umfrage unter deutschen Führungskräften.

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